Europa-Haus Marienberg

Reich und Arm in der Welt: Was geht uns das an?

Seminar für Schülerzeitungsmacher im Alter von 13 bis 16 Jahren


Rückblick
Julia Mädrich

Von 15 Mädchen und einem Jungen besucht, fand vom 16.11 bis zum 19.11 ein Schülerzeitungsseminar im Europa-Haus Bad Marienberg statt, in dem sich Jungredakteuren aus Rheinland-Pfalz mit dem Thema Arm und Reich beschäftigten und Einblicke in das Berufsleben eines Journalisten gewannen.

Nachdem Habseligkeiten und Gepäckstücke verstaut waren, warteten wir in der Halle auf die versprochene Begrüßungsrede und musterten dabei gespannt die restlichen Teilnehmer, die langsam nacheinander eintrudelten. Zur Einführung suchten wir Briefumschläge, die man auf der Entdeckungstour durch das Europahaus und die Europavilla finden konnte, allerdings entpuppten sie sich nach der Öffnung als Regeln für den Aufenthalt im Europahaus.Auch eine Möglichkeit, sich mit den Regeln vertraut zu machen.
Nach einem ersten Mittagessen, bei dem einige ihre vegetarische Seite entdeckten, folgte eine kleine Vorstellungsrunde und eine Präsentation der anwesenden Schülerzeitungsredaktionen. Dann endlich wurde uns das eigentliche Thema des Seminars von Siegfried Pater, einem freiberuflichen Journalisten, Filmproduzenten und Buchautor, vorgestellt: Arm und Reich in vielen Facetten. Pater gilt als ausgesprochener Experte auf diesem Gebiet, er hat die ganze Welt unter diesem Aspekt bereist und viele Entwicklungshilfe-Projekte angestoßen.
Schnell kristalisierten sich in der anschließenden Diskussion Themen heraus, die am nächsten Tag in Form eines Kurzvortrags präsentiert werden sollten. Im Verlauf des restlichen Tages arbeiteten wir an unseren Präsentationen.
Nach einer abendlichen Nachtwanderung durch die Dunkelheit, von der die meisten jedoch vor Kälte schlotternd und eher glücklich, wieder im Trockenen und Warmen zu sein, nach circa einer Stunde zurückkehrten, nutzten die Meisten die Chance, an ihren Vorträgen weiterzuarbeiten, jedoch saß manch einer noch bis 1 Uhr nachts vor dem Laptop und mühte sich ab, bis der Schlaf einen dann doch übermannte.

Am nächsten Tag stellten wir direkt zu Anfang die Präsentationen über Kik, den Weg einer Jeans, McDonalds und weitere Themen in Bezug auf Entwicklungsländer vor, die einige erst 10 Minuten zuvor fertig gestellt hatten. Nach dem Mittagessen erwarteten uns drei Workshops mit Wissenswertem zu Textlayout, Online-Schülerzeitung und Mainstream.
Nach dem Motto: Von der Theorie zur Praxis, wurde es nun langsam ernst. Wir teilten die Artikel für die Online-Schülerzeitung, unser großes Seminarziel, unter uns auf.
Jeder, der Lust dazu hatte, konnte am Abend noch mit einer kleinen Gruppe den Jugendbahnhof in Bad Marienberg besuchen, der mit Billard, Tischtennis, und Kickern ausgestattet einiges an Spaß bot.

Den Donnerstag verbrachten wir größtenteils damit, unsere Berichte und Artikel zu den erarbeiteten Themen zu schreiben, konnten diese allerdings auch medial mit beispielsweise einem Video unterstützen. Am Abend nahm sich eine kleine Gruppe der Teilnehmer die Freiheit, mit Harry Potter die "Heiligtümern des Todes" zu suchen.

Freitag war dann auch schon der letzte Tag: Wir freuten uns über unsere gelungene Online-Schülerzeitung und sparten nicht mit positiver Kritik zu Teamern und Seminar.Ein letztes mal konfrontiert wurden wir mit dem Thema durch den Film "China Blue", der einen Blick hinter die Fabriktore chinesischer Bekleidungsindustrie erlaubt und das Leben der jungen Frauen zeigt, die unsere Markenklamotten (H&M,Zara,...) produzieren.Ich bin mir sicher, dass mir dieser Film auf der nächsten Shoppingtour durch den Kopf gehen wird.

Viel zu schnell waren sind die 4 Tage an uns vorbeigeflogen und ein Jeder machte sich nach der Verabschiedung auf seinen Heimweg, ob mit Auto, Bus oder Bahn.
Sicherlich, wird dieses lehrreiche und spaßige Seminar jedem noch lange in Erinnerung bleiben.